House Of Cards

Laut.de

Sie sind einfach nicht tot zu kriegen, die Kanadier, die mit ihrem progressiven Synthie-Rock zu Beginn der Achtziger den Nerv der Zeit trafen und mit einigen hervorragenden Platten vor allem in Deutschland für Furore sorgen konnten. Mit einigen lauen Veröffentlichungen und dem sich ändernden Musikgeschmack wurde der Platz an der Spitze zu eng für Saga und so rutschten sie langsam, aber stetig in der Zuschauergunst ab.

Jetzt hat das neue Jahr kaum begonnen und der Fünfer meldet sich mit einem fulminanten Comeback zurück auf der Showbühne. Saga 2001 scheint der Labelwechsel mehr als gut getan zu haben. Es gniedeln und fiedeln Gitarre und Keyboard harmonisch im Duett, als wären sie als Zwillinge auf die Welt gekommen. Die Rhythmik der Songs erinnert mit den hektischen Aufs und Abs wieder schwer an ihre Frühphase, und auch Michael Sadler singt, als hätte er all die Jahre in einem Jungbrunnen verbracht.

Mittlerweile sind Saga ja wieder in der alten Besetzung beisammen, mit der sie früher so erfolgreich waren. Vielleicht liegt ja hier der Hase im Pfeffer, warum sie auf einmal wieder eine Spielfreude an den Tag legen, die Peinlichkeiten wie das '94er "Steel Umbrellas" vergessen lassen. Mir fehlt beim Gitarren-Sound zwar der nötige Wumms, aber Ian Crichton spielt so schön, dass man auf solchen Nebensächlichkeiten nicht weiter herumtrampeln muss. Komisch auch, dass ausgerechnet eines der schwächeren Stücke - die sind hier aber sowieso in der Minderzahl - als Titeltrack herhalten muss. Ganz im Gegensatz zu Knallern wie dem furiosen Opener "God Knows" oder dem hymnenhaften "Always There" flutscht der Song "House Of Cards" allzu belanglos dahin.

Möge ihnen mit dieser Scheibe das gelingen, worauf sie in den mageren Jahren stets warten mussten: die Rückkehr in das Bewusstsein derer, die sich mit einem wohligen Schauer an "Wind Him Up" und "The Flyer"-Zeiten zurück erinnern. Das Potential dazu hat "House Of Cards" allemal.

Alexander Cordas

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